schietwetter-news

17. Juni, 2009

jap, juni is schietwetter und es wird wohl noch bis ende des monats so bleiben. die pfingstferien waren richtig kalt und feucht, aber das tief sollte sich wohl erledigt haben. es bleiben wolken, mal mehr, mal weniger, und gemäßigte temperaturen. abends wird’s meistens richtig schön und die sonne geht jetzt erst um 10 unter. hamburg lässt sich also nicht die laune verderben und ich schon gar nicht. 

stimmt!

so, meine kinderleins sind jetzt also in kärnten und treiben bei meinen eltern ihr unwesen. es taugt ihnen voll, was ich so höre, also allen beteiligten, den katzen und menschen. daddy hat ihnen jetzt einen eigenen eingang gebastelt, damit sie über das stiegenhaus in den garten kommen. meine letzte information war, dass sie die klappe in der tür noch nicht selbst bewegen wollen. sie warten, bis sie jemand für sie öffnet. bin gespannt, ob sie das noch lernen. aber sie sind ja klug, meine jungs.

firlefanz

mini

stinker

ein reines raubtier

in kärnten wurde ich wieder mit unmengen kasnudeln und luftgetrocknetem speck versorgt, jammi. karawankistan is a wahnsinn, aber das essen is einfach der hit! natürlich haben mir meine eltern auch ein fettes care-paket mitgegeben, davon wurde heute der letzte rest vertilgt. lecker war’s, dankeschön!

spooky-jo

in der nacht vom 3. auf den 4. juni ging’s dann wieder nach hamburg. unterwegs in salzburg hab ich ein blumenmädchen mitgenommen… also ich habe johanna dort getroffen und sind wir über münchen in den norden gedüst. war ganz feinerle, obwohl die tauernautobahn eine echte frechheit ist, muss ich schon sagen, der tunnel und die ganzen baustellen sind ja unzumutbar. aber rechtzeitig zur morgendlichen rush hour sind wir sicher in eimsbüttel gelandet. dann haben wir erst mal gefrühstückt und den halben tag verschlafen.

fink - foto aus dem www

ben howard - foto aus dem www

abends haben wir uns mit mareike und ihrer freundin annika getroffen, um vor dem fink-konzert in der prinzenbar sekt zu saufen. boa, ich hatte innerhalb einer stunde so einen in der krone, hammer. beim “vorsänger”, ben howard (http://www.myspace.com/benjaminjohnhoward), war ich noch ganz paralysiert, bei fink (http://www.myspace.com/finkmusic) aber wieder an deck. wow, schön, super, die location, klein und fein, die musik, schmoove, war ein feiner abend. ich glaube, johanna hat es auch gut gefallen, ich habe ihr die karte zum geburtstag geschenkt und es ihr erst bei der ankunft hier in hh verraten. ich hab mir finks neues album auf vinyl gegönnt und ihn – ganz teenielike – darauf signieren lassen. ihr könnt euch vorstellen, was gerade auf heavy rotation läuft bei mir… der abend mit den mädels am “hamburger berg” war dann auch noch richtig lustig, das sind schon zwei verrückte hühner. ich muss mal ein foto nachliefern… auf jeden fall haben wir in rosis bar heinz strunk gesehen, weird. vor allem annika ist ganz ausgetickt deshalb.

prinzenbar - foto aus dem www

samstag war auch noch mal ein langer, toller tag. nachmittags waren wir am flohmarkt am neuen kamp und ich hab mir dort sieben bücher und drei mappen mit bildtafeln gekauft, konnte mich wieder gar nicht zurück halten. gegen abend spielten dann labrassbanda (http://www.myspace.com/labrassbanda) vor der hansaplatte auf, ich wollte die unbedingt mal sehen und die waren so spitze, hammer! geile liveband, sind noch ganz jung, haben ordentlich pfeffer im arsch und ihre musik reißt alle mit, man kann gar nicht anders, als zumindest mitwippen zu müssen. 

labrassbanda bringen ein ständchen

labrassbanda

labrassbanda

johanna hat sich einen sympathischen kauz angelacht dort, wir hatten viel spaß mit uwe. er war schon längere zeit auf den beinen, hat uns cassetten geschenkt und weg war er wieder. geiles intermezzo.

johanna und uwe

johanna und uwe

später haben wir uns mit lauren am kiez getroffen, die mit ihrem ex und dessen cousin in hamburg war für einen ganzen tag. übrigens im lehmitz, wo thomas wolf festgenommen wurde, ein schrecklicher schuppen. lauren kenne ich von meinem toronto-urlaub heuer im feber, sie ist dort die beste freundin meiner kleinen schwester und arbeitet im sneaky-dee’s, wo es die besten homemade-burgers torontos gibt. aber natürlich mag ich sie nicht nur deshalb… sie ist einfach eine rakete und total liebenswürdig. nach grässlichen mexikaner-shooters im lucky star sind wir danach aber in den pudel in der hafenstraße gewandert, weil dort nochmal labrassbanda aufspielten. das wahrscheinlich engste konzert, auf dem ich jemals war, aber auch eines der geilsten. es war picke-packe voll und alle haben getanzt. heinz strunk hat uns in den pudel verfolgt, er ist irgendwie eklig, weil er einen düsteren geschmack bei frauen hat. dort haben wir auch marco aus sachsen (alias sachsen-paule) kennen gelernt, der war so lustig, unglaublich. ein sympathisches bündel energie! er hat uns noch in die traurigste kneipe hamburgs geführt, den goldenen handschuh. um sechs uhr morgens waren wir dann fertig und glücklich wieder zu hause, hat sich ausgezahlt. 

lauren vor den toren der herbertstraße

swinging pudel

lauren und ihr süßer jan

lauren im goldenen handschuh

sachsen-paule im goldenen handschuh

deshalb: zum goldenen handschuh - foto von johanna

sonntag haben wir uns abends im 3001 kino “empire st. pauli” angesehen, ein dokumentarfilm über den ausverkauf des stadtteils. fand ich sehr gelungen und der film ist auch wichtig, ich denke nicht nur für hamburg. denn das passiert ja überall: die bonzen kaufen sich in die viertel ein, die durch alternativ-kultur von anderen abheben, und zerstören mit ihrer geldgier alles, was das leben dort ausmacht. marode bausubstanz wird dem erdboden gleichgemacht, neue betonklötze hingestellt, in denen sich die miete kein normalsterblicher mehr leisten kann. und dann kommen lounges hin, wo man seinen champagner und kaffee in 66 geschmacksrichtungen schlürfen kann und die vorspeise fünfzehn euro kostet, das braucht der mensch, genau.

empire st. pauli - der film

überhaupt stellen sich allerorts menschen auf die beine und wollen die stadt vor einem ausverkauf hindern. vergangenen samstag gab es eine demo, die leider nicht allzu gut besucht war. dieses wochenende soll es nochmal einige veranstaltungen dazu geben. wenigstens gibt es ein paar leute, die sich engagieren. diese woche ist auch bundesweiter bildungsstreik gegen den bologna-prozess und hier in hamburg im speziellen auch gegen “raketen-moni” (gebt den begriff mal in google ein…), die unipräsidentin, die den profs den mund verbietet und die geisteswissenschaften am liebsten begraben würde. get ready for take-off!

gegen gentrifizierung

ansonsten reichte das wetter leider nicht für großartige ausflüge, aber immerhin haben wir es einmal an den elbstrand geschafft und dort war es richtig schön, bombenwetter sozusagen. auf der seite “hambuich” hab ich übrigens wieder einige neue fotos online gestellt, unter anderem auch die von övelgönne, so heißt’s da draußen am strand. und im portugiesenviertel haben sie danach gleich einen freudentanz aufgeführt, weil die sonne mal wieder lachte!

brasilianische musikgruppe maracatu

ich hab mich richtig schön erholt, war schön faul und komm – wie immer nach den ferien – schwer in die gänge. jetzt stehen die arbeiten an, noch nicht mal die degas hab ich fertig. ich bin noch gut im zeitplan, muss mich aber sputen, wenn ich das bis semesterende, mitte juli, fertig haben will. bei kemp schreib ich jetzt über hokusai (sprich hoksai, das u bleibt stumm), sehr schön, aber ich weiß noch nicht, worum es gehen soll. er fordert ja eine arbeit, die zu seinen thesen passt. ich muss mich wohl bald mal in die bibliothek hocken und bücher wälzen. aber mit dem thema bin ich rundum zufrieden. bei der amerikanischen malerei werde ich mich den floßbildern von bingham widmen und dann noch mein neapel-venedig-flandern-wahnsinn. aber heute erst mal demo – freundschaft!


sigmar polke. wir kleinbürger! zeitgenossen und zeitgenossinnen. teil 1: clique. in der hamburger kunsthalle

17. Juni, 2009

http://www.hamburger-kunsthalle.de/archiv/seiten/polke_2008.html

Schweineschlachten (Wir Kleinbürger), 1976

Supermarkets (Wir Kleinbürger), 1976

Can you always believe your eyes? (Wir Kleinbürger) , 1976

Pille, (Wir Kleinbürger), 1976

Neu Guinea, (Wir Kleinbürger), 1976


halbzeit!

1. Juni, 2009

die zeit verfliegt, die hälfte meines auslandssemesters ist schon um, wahnsinn. ich bin gerade für zwei tage in wien, um meine katzenkinder dann weiter nach kärnten zu meinen eltern zu verfrachten, die süßen machen sommerfrische am land, recht haben sie. ich habe sie sosehr vermisst und genieße ihre gegenwart enorm. das leben ist um einiges langweiliger ohne sie und auch kälter, denn so lustig und wild sie auch sind, so süß und kuschelig können sie auch sein, wenn sie wollen. ich bin so dankbar, dass es sie gibt und sie bei mir sind. sie bedeuten mir viel, sind ja der oft zitierte kinderersatz. und wie gut passt das zu mir: weiblich, zweiunddreißig, studentin, alleinstehend. jaja.

viva calvin, yeah!

die ankunft in wien war wieder mal ein kleiner kulturschock: das erste, was ich gesehen hab, war ein strache-plakat, wie ekelhaft (genau wie nach meinem letzten sardinien-urlaub im herbst, knapp vor den nationalratswahlen). und hier im süden ist es kälter als im norden, echtes schietwetter, bin ich gar nicht mehr gewohnt, denn wettermäßig bin ich von hamburg sehr verwöhnt. es gab weder eine 30-grad-hitzewelle noch tagelang regen, es ist frühlingshaft angenehm. in wien gibt es auch so wenige bäume und anderes grünzeugs an den straßenrändern, nur parkplätze. viel zu viel beton, zu wenig leben. habe mir fest vorgenommen, die verbleibende zeit in der hansestadt umso mehr zu genießen, tief durchzuatmen, die gute luft zu genießen, dieses eigenartige, eingebildete gefühl der freiheit in der freien und hansestadt.

chilehaus

gerade aber die vergangenen tage war ich wieder viel mit dem kopf auf der uni in wien. mein job in der fotothek ist wohl perdu, weil es keine kohle mehr gibt. voll blöd, dabei brauch ich nach hamburg so dringend geld. bin schon gespannt, wo es mich wieder hin verschlagen wird. ich hoffe, es wird nicht allzu stupide, da bekomm ich ganz schnell schlechte laune. einen job hab ich zwar schon fix, aber da is kohlemäßig nix drin: ich mach nämlich ab oktober das proseminar-tutorium vom vas.*, den prof hatte ich selbst schon bei meinem ps2. ihm habe ich meine arbeit über alois h. zu verdanken, er hat mich auf meinem weg schon sehr beeinflusst und ich fühl mich so geehrt, dass er sich für mich entschieden hat. ich hab ihm vor zwei, drei wochen eine mail geschickt, weil er gerade in karenz ist. hab ihm erzählt, dass ich gerade in hamburg bin und was ich da so treib auf der uni, und ihn dann ganz rotzfrech gefragt, wie denn das mit seiner tutorienstelle abläuft. das war an einem freitag. am montag drauf kam ne mail von einer sekretärin des instituts, vas.* hätte ihr gesagt, dass ich sein tutorium übernehme. hehe, geile sache. diese woche hat er mir dann mal gemailt und mich mit frau kollegin angesprochen, super. nicht, dass ich eine karriere in der lehre anstrebe, aber es macht sich gut für den universitären werdegang. noch dazu geht es, so hat er mir geschrieben, um den vierten stand, arbeiter und die kunst, wow! ich werde also selbst wieder enorm viel dazu lernen und freue mich schon total drauf.

sprinkenhof

es ist auch wichtig, wieder ein ziel vor augen zu haben. noch dazu läuft mein mietvertrag ende des jahres aus und wenn ich was hasse, dann kein ziel zu haben, in der luft zu hängen, das kann ich gar nicht ab. bis dato sind mir wohnungen und jobs aber immer in den schoß gefallen und so hoffe ich auf das beste, aber natürlich mache ich mir einen kopf, wie man so schön sagt, ich kann einfach nicht anders. ich bin zu sehr auf sicherheit bedacht, als dass ich einfach so in den tag hinein leben könnte. erzkonservativ bin ich diesbezüglich, es ist eigentlich beschämend.

nina irgendwo in der ferdinandstraße

mein drittes referat auf der uhh (muhaha!) habe ich nun auch erfolgreich hinter mich gebracht. amerikanische malerei des 19. jh. – ich hab mich mit george caleb bingham beschäftigt, sehr interessant. er lebte in missouri und war schwer politisch, hat sich viele gedanken gemacht und sich sogar für das repräsentantenhaus wählen lassen. in seinen bildern steckt sozialkritik und hoffnung, starker spagat, den er vollzogen hat. leider kämpf ich mit der lehrveranstaltungsleiterin ein wenig und hab mich deshalb nicht sonderlich bemühlt. die professorin meinte aber, es sei sehr gut gewesen. der überzeugung bin ich nicht, aber wenn sie meint, will ich sie nicht vom gegenteil überzeugen… aber jetzt hab ich erst mal ferien und die will ich auch genießen. muss dann eh noch im juni meine arbeiten schreiben, vier am stück, eine fürn kemp, uiuiui.

stiegenhaus in nem kontorhaus

kinder, ich war wieder bei fernando da costa im portugiesenviertel – der waaaaaahnsinn! seeteufel, seeteufel, seeteufel. obrigado, obrigado, obrigado!!! diesmal mit ninalein, wir haben uns mal was gegönnt. haben wir uns aber auch verdient, wir sind so brav in hamburg – könnt’s stolz auf uns sein. am mittwoch fahr ich mit johanna nach hamburg und sie bleibt für eine woche. freue mich schon total, wieder die stadt mit ihr unsicher zu machen. und dann gemma auch fisch essen, fisch essen, fisch essen! jamm. und schifferl fahren und tralala. quasi auch ein urlaub für mich – bericht folgt!


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